3 PHASEN

Burnout läuft in 3 Phasen ab, die unmerklich ineinander übergehen.

1. Phase

In der Anfangsphase wird den wenigsten Betroffenen ihre Situation klar. Selbst wer die Anfänge irgendwie wahrnimmt, kann sich nicht vorstellen, was darauf werden kann oder wird. Je nach Willenseinsatz kann diese Phase Jahre, im Extremfall sogar Jahrzehnte dauern. Nur wenige geben nach kurzer Zeit auf – dafür sind gerade viele zu sehr darauf trainiert, sich zurückzunehmen und das Letzte zu geben. Wirklicher Leidensdruck in der ersten Phase ist selten. Aber: REAGIEREN SIE JETZT!

Das Leitsymptom der ersten Phase ist der Ärger und das Leitverhalten die Aggression (die den Betroffenen in der Regel weniger auffällt als der Umgebung!).

2. Phase

In der Übergangsphase zielt das Verhalten darauf ab, weitere Enttäuschungen möglichst zu vermeiden. Das Gefühl, immer weniger Zeit zu haben, nimmt zu. Bewegung wird im Übermaß betrieben (sportaholic) oder minimiert. Das Fluchtverhalten beginnt. Distanz zu anderen und auch zu sich selbst schafft scheinbar Ruhe und Schutz. Der Betroffene nimmt sich selbst nicht mehr richtig wahr, der Kontakt zur Klientel wird minimiert – was nach außen nicht auffallen muss. Mitmenschlichkeit und Empathie werden weniger.

Das Leitsymptom in der zweiten Phase ist die Furcht. Die Leitreaktion ist die Flucht.

3. Phase

Oft steigt erst in der Endphase das Leidensbewusstsein so an, dass endlich Hilfe gesucht wird. Das selbst motivierte Handeln schwächt sich mehr und mehr ab.

Statt dessen kommen Suizidideen auf, Sucht spielt in dieser Phase (spätestens) eine Rolle. Depressionen werden offensichtlich. Innere Befriedigung fehlt praktisch völlig. Nicht selten wird zu Beginn auch noch diese dritte Phase als Zweckpessimismus fehlgedeutet.

Das Leitsymptom in der dritten Phase ist die Isolation. Die Leitreaktion ist die Lähmung oder Passivität.